Praxis & Privat - Strom sparen - Einfach und Effektiv!



1. Unnötige Hardware abschalten
Moderne Hauptplatinen haben viele integrierte Komponenten - die Sie meist nicht alle benötigen. Aber auch ungenutzt treiben sie den Stromzähler an. Wägen Sie ab, ob Sie die eingebaute Soundkarte, sämtliche Laufwerkanschlüsse, mehrere Gigabit-LAN- und Firewire-Schnittstellen sowie den integrierten WLAN-Access-Point überhaupt nutzen. Falls nicht, schalten Sie sie im Bios ab! Das wird Ihnen auch einen schnelleren Windows-Start bringen, da das Betriebssystem weniger Geräte initialisieren und weniger Treiber laden muss.
Onboard-Chips lahmlegen - so geht's: Wenn Sie Ihren PC einschalten, zeigt er ein Herstellerlogo, die Speicherdaten, den Prozessornamen, Taktraten und vieles mehr. Das ist die Initialisierung der PC-Komponenten. Drücken Sie jetzt die F2 - oder die Entf -Taste, um ins PC-Bios zu gelangen. Im Menü "Advanced, Onboard Devices Configuration" etwa finden Sie allerlei überflüssige Hauptplatinenkomponenten, unter "Main, Legacy Diskette A" das Diskettenlaufwerk.

2. CPU-Takt verringern
Je höher der Arbeitstakt ist, desto besser ist die Rechenleistung eines Prozessors. Allerdings sind selbst die billigsten PCs für normale Büro-, Internet- und Wohnzimmeranwendungen völlig überdimensioniert. Sie können die Leistung Ihres PCs also ordentlich drosseln, ohne dass Sie einen Unterschied im PC-Alltag bemerken. Weiterer Vorteil: Da der Prozessor weniger Leistung verbrät, entsteht auch weniger Hitze, wodurch der Prozessorlüfter langsamer - und damit leiser - arbeiten kann.

Underclocking - so geht's: Diese Methode ist das genaue Gegenteil zum Übertakten (Overclocking): Der Arbeitstakt wird gesenkt. Er ist das Produkt aus Systemtakt und internem Prozessor-Multiplikator. Letzterer ist bei fast allen Prozessoren fest eingestellt und nicht änderbar. Der Systemtakt - bei AMD Referenztakt, bei Intel Front Side Bus genannt - lässt sich hingegen meist im Bios verringern. Der entsprechende Menüpunkt ist nicht einheitlich benannt - suchen Sie daher im Hauptplatinen-Handbuch nach " CPU Clock", "CPU (FSB) Frequency", "External Clock", "Frequency (Control)", "FSB Frequency" oder ähnlich lautenden Begriffen. Haben Sie das passende Menü gefunden, müssen Sie in der Regel die auf "Auto" stehende Funktion erst über "Enabled", "Manual" oder "User Defined" freischalten, bevor Sie den Takt verändern können. Verringern Sie den Systemtakt auf den niedrigstmöglichen Wert, starten Sie dann Ihren PC neu, und prüfen Sie in Ihren Lieblingsanwendungen, ob Sie bei der PC-Geschwindigkeit einen gravierenden Unterschied bemerken. Die Taktraten des Speichers und des PCI-Busses zu verringern brachte in unseren Tests keinen deutlichen Gewinn. Haben Sie sich einmal vertippt, können Sie die seit dem Eintreten ins Menü vorgenommenen Änderungen rückgängig machen - das geht per "Exit, Exit & Discard Changes". Auch möglich: Das Bios und die Hauptplatine können Sie jederzeit über "Load Setup Defaults" auf die Werkeinstellungen zurücksetzen.

3. CPU-Spannung verringern
Ähnlich wie beim Untertakten wird Ihnen die Verringerung der CPU-Spannung durch eine geringere Leistungsaufnahme quittiert. Undervolting - so geht's: Da die CPU ohnehin schon untertaktet ist, können Sie gleich die geringste Spannung ausprobieren. Sollte der PC jedoch instabil werden, können Sie im Bios die Spannungsversorgung der CPU und des Chipsatzes wieder in 0,01-Volt-Schritten anheben - das geht über Menüpunkte wie "CPU VID", "CPU (Core) Voltage" oder "VCore" respektive "NB Voltage", "Chipset Voltage" oder "MCH Voltage".
Achtung: Will Ihr PC nach einer geänderten Bios-Einstellung nicht mehr starten, können Sie die Werkeinstellungen durch das Umstecken des Clear-CMOS-Jumpers auf der Hauptplatine oder den Ausbau der Bios-Batterie wiederherstellen. Trennen Sie Ihren PC dazu vom Stromnetz. Nach wenigen Sekunden ohne Strom ist im Bios alles wieder beim Alten.

4.Energieoptionen unter Windows
Auch Windows bietet viele Optionen, mit denen Sie Ihre Stromrechnung senken können. Die Kommandozentrale zum Stromsparen finden Sie in der Systemsteuerung - unter XP heißt sie "Energieoptionen", unter Vista "Mobil-PC". Alternativ klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop, gehen im Kontextmenü auf "Eigenschaften" (Vista: "Anpassen") und wählen den "Bildschirmschoner" aus. Unter "Energieverwaltung" beziehungsweise "Energieoptionen" bietet Windows mehrere Energieschemas an: Hier bestimmen Sie, wie sich Rechner und Monitor nach einer bestimmten Zeit des Nichtstuns verhalten sollen. Wählen Sie die Option "Desktop" (Vista: "Energiesparmodus"), und passen Sie die Ausschaltzeiten sowie den Bildschirmschoner an.
3D-Bilder schauen zwar schön aus, erhöhen aber die Leistungaufnahme.

5. Kein 3D-Bildschirmschoner
In den Arbeitspausen mal schnell den Bildschirmschoner laufen lassen? Nicht immer eine gute Idee, denn die Displaybilder beanspruchen oft CPU und Grafikkarte. Vor allem auf rechenintensive 3D-Bildschirmschoner sollten Sie verzichten. Nehmen Sie am besten "Schwarzer Bildschirm". Bei ihm muss der Rechner nur wenig arbeiten. Sie finden ihn unter XP, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken und aus dem Kontextmenü "Eigenschaften" (Vista: "Systemsteuerung, Darstellung und Anpassung, Anpassung") den Reiter "Bildschirmschoner" wählen.

6. Monitor ausschalten
Unabhängig vom gewählten Energieschema lassen sich die Einstellungen für Festplatte und Monitor anpassen. Unter Vista finden Sie in den "Erweiterten Energieeinstellungen" sogar noch mehr Optionen. Mit einem ausgeschalteten TFT-Display sparen Sie um die 30 Prozent. Stellen Sie also eine kurze Zeitspanne ein, nach der der Bildschirm ausgeschaltet werden soll, beispielsweise 15 Minuten. Interessant: Obwohl diese Option nur den "Power Saving Mode" aktiviert, den eine Bewegung mit der Maus oder eine Tastatureingabe bereits beendet, lag der Stromverbrauch in unseren Tests in etwa gleich auf mit dem Ergebnis beim manuellen Ausschalten. Und während des Arbeitens reduziert es Ihre Stromrechnung zusätzlich, wenn Sie die Helligkeit des Displays herunterregeln. Für Texte reicht beispielsweise eine Helligkeit von rund 100 cd/m2.

7. Festplatte deaktivieren
Auch die Festplatte können Sie in den Energieschemas anweisen, sich abzuschalten, wenn sie nichts zu tun hat. Hier sollten Sie die Zeitspanne jedoch nicht zu kurz wählen, da das ständige An- und Ausschalten auf Dauer die Mechanik der Platte belastet und dadurch die Lebensdauer beeinträchtigen kann. Orientieren Sie sich für die Zeitangabe an der des Monitors.

8. Standby für Arbeitspausen
In den Energieschemas von XP haben Sie die Möglichkeit, den Rechner in den Standby-Modus zu versetzen. Unter Vista finden Sie die entsprechende Option "Deaktivieren nach" in den "Erweiterten Energieeinstellungen" unter "Energie sparen". Der Standby-Modus macht vor allem Sinn, wenn Sie länger nicht am Rechner sind - also ab etwa 30 Minuten. Er entspricht der Option "S3" beziehungsweise "Suspend to RAM" des ACPI (Advanced Configuration and Power Management Interface), einem Industriestandard für Energieverwaltung. Im Standby-Modus schaltet das Betriebssystem Festplatte(n), CPU und Monitor ab. Alle Daten werden in den Arbeitsspeicher geschrieben und stehen zur Verfügung, sobald der Rechner via Maus oder Tastatur aufgeweckt wird. Die Stromversorgung bleibt bestehen, allerdings auf einem deutlich reduzierten Level. Die Leistungsaufnahme liegt bei einem Standard-PC dann meist unter 10 Watt. Risiko: Fällt die Stromversorgung aus, muss der Rechner neu gestartet werden, und alle nicht gesicherten Daten sind verloren. Auch können manche Treiber, etwa der einer TV-Karte oder eines WLAN-Sticks, Probleme machen, da sie beim Aufwachen nicht korrekt geladen werden. Dann müssen Sie den PC neu starten. Achten Sie also auf aktuelle Treiber.
Übrigens: Unter Vista können Sie Ihren Rechner auch in den "Hybriden Standby-Modus" versetzen. Dabei speichert Windows alle geöffneten Dokumente und Programme sowohl im Arbeitsspeicher als auch auf der Festplatte. Bei einem Stromausfall sind Ihre Daten also wieder herstellbar.

Wählen Sie bei längeren Pausen lieber den Ruhemodus aus.

9. Ruhezustand aktivieren
Alternativ zum (hybriden) Standby-Modus können Sie Ihren Rechner auch in den Ruhezustand (S4-Modus des ACPI, Suspend to Disk) schicken lassen. Dieser ähnelt dem manuellen Ausschalten und eignet sich vor allem für mehrstündige Pausen. Das System legt dabei alle Daten, die sich im Arbeitsspeicher befinden, in einer besonderen Datei auf der Festplatte (hiberfil.sys) ab. Der Rechner wird komplett heruntergefahren, die Stromversorgung unterbrochen. Wenn Sie den PC durch den Einschaltkopf hochfahren, wird der ursprüngliche Zustand über die gesicherte Datei wiederhergestellt.
Ruhezustand aktivieren: Unter Windows XP setzen Sie auf der Registerkarte in den Energieoptionen das Häkchen. Achten Sie darauf, dass Sie Plattenplatz in der Größe Ihres Arbeitsspeichers frei haben. Die Zeit legen Sie auf der Registerkarte "Energieschemas" fest. Unter Vista aktivieren Sie den Ruhezustand in den "Erweiterten Energieeinstellungen" unter "Energie sparen". Der Vorteil des Ruhezustands: Es wird kaum Strom verbraucht (1 bis 3 Watt), und das System fährt schneller hoch als bei einem herkömmlichen Neustart. Außerdem sind die gleichen Dateien und Anwendungen geöffnet wie vor dem Ruhezustand. Nachteil: Durch das ständige Abspeichern wird die Partition, auf der Windows die Datei hiberfil.sys ablegt, stark fragmentiert. Zudem dauert der Vorgang 20 bis 30 Sekunden, also deutlich länger als beim Standby-Modus. Und auch hier kann es zu Treiberproblemen beim Aufwachen kommen.

10. Ruhezustand per Knopfdruck
Unter XP können Sie den Ein- und Ausschalter Ihres Rechners so konfigurieren, dass er den PC in den Ruhemodus versetzt, statt ihn herunterzufahren. Sie finden die Option im Drop-down-Menü der "Energieoptionen" unter "Erweitert, Netzschaltervorgänge, Beim Drücken des Netzschalters am Computer". Allerdings sollten Sie Ihren Rechner etwa einmal die Woche richtig herunterfahren und neu starten, um Treiberproblemen vorzubeugen. Unter Vista finden Sie den Eintrag in den "Erweiterten Energieeinstellungen" unter "Netzschalter und Laptopdeckel, Netzschalteraktion".

Fazit
Alle Maßnahmen sparen schon einen Menge Strom. Doch die Ausstattung ihrer Praxis-PCs spielt hier eine noch größere Rolle. Mit dem Prinzip „weniger Ausstattung = weniger Stromverbrauch + mehr Datensicherheit + längere Lebensdauer = weniger Kosten + Ausfälle“ fahren Sie immer richtig.
Fragen und Hilfe zu diesen und allen weiteren Themen zu Praxis-EDV bietet ihnen der gemeinnützige FuSION e.V. auf Anfrage.

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